Geschichte

Die Balkanhalbinsel erstreckt sich zwischen der Adriaküste des Mittelmeers, der Ägäis und dem Schwarzen Meer. Benannt ist dieses Gebiet durch das Balkangebirge, das sich in Bulgarien befindet.

Auf dem Balkan liegen folgende Staaten, die jedoch im Laufe der Geschichte immer wieder zu verschiedenen anderen Staaten gehörten: Albanien, Bosnien- Herzegowina, Bulgarien, Griechenland, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Montenegro und Serbien. Doch auch kleine Teile Rumäniens, Sloweniens und Italiens gehören neben dem europäischen Teil der Türkei zur Balkanhalbinsel.

Dieses Gebiet gehört zu den meist umkämpftesten Gebieten Europas, da es sich an einer wichtigen Übergangsroute zwischen Europa und Asien befindet. Nach dem Untergang des Imperium Romanums gehörte die Halbinsel zum Byzentinischen Reich und wurde ab dem 7. Jahrhundert aufgrund des Handels in dieser Epoche zunehmend reicher und wichtiger. Nach der Eroberung Konstantinopels um ca. 1350 wurden Nachfolgestaaten des Byzantinischen Reichs gegründet, sodass der Balkan in kleinere Einzelstaaten aufgeteilt wurde. Nach der Schlacht auf dem Amselfeld (Kosovo) 1389 drangen osmanische Einflüsse in dieses Gebiet. Nach dem Zerfall des Byzantinischen Großreichs war nun der Balkan weitestgehend osmanisch. Doch im Norden hatte sich die Republik Venezien bis nach Istrien ausgedehnt. Diese Gebiete gehörten zum Einflussgebiet der Habsburgermonarchie, wohingegen der Südteil des Balkans osmanisch war.

Der Aufstieg der Habsburger und die damit verbundene Expansionspolitik des Reiches hatte Folgen für die Gebiete auf dem Balkan. Nach den Belagerungen Wiens 1529 und 1683 durch die Türken verschärften sich die Konflikte zwischen dem Osmanischen und dem Habsburger Reich, die schließlich damit endeten, dass die Osmanen zurückgedrängt worden waren.

Nach innenpolitischen Spannungen Mitte des 19. Jahrhunderts kam es zur Bildung der Doppelmonarchie Österreich- Ungarns, was bedeutete, dass der Staat noch mehr Gebietsansprüche auf den Balkan stellte. Serbien und Bosnien waren bereits 1878 unabhängig geworden. Nach der Annektion Bosniens 1908 und dem Balkankrieg 1912 kam es schließlich zur Entladung der historischen Spannungen. Der Erste Weltkrieg hatte zur Folge, dass sich auf dem Balkan Einzelstaaten gründeten.
Im Zweiten Weltkrieg wurde der Balkan von deutschen Truppen 1941 besetzt, mit denen u.a. kroatische Truppen aufgrund der Gespaltenheit der einzelnen Balkanvölker kooperierten. Der Krieg auf dem Balkan und in Griechenland war ein grausamer Partisanenkrieg, der viele Tote forderte.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gründeten sich unter anderem der Staat Jugoslawien neu. Dieser zerfiel ab 1990 im Balkankrieg zu den autonomen Staaten Serbien- Montenegro, Kroatien, Slowenien, Bosnien- Herzigowina und Mazedonien. Albanien und Griechenland waren nach dem Zweiten Weltkrieg autonom, bis heute.